Ratgeber G - H - Tierarztpraxis Xenia Mokrys und Dr. Sabine Gertz 47877 Willich-Anrath

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47877 Willich - Anrath
Tel.: 02156 915758
Tierarztpraxis Mokrys & Dr. Gertz
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Ratgeber G - H

Ratgeber ABC

G

Giardien
Giardien gehören zu den sogenannten Protozoen (Parasiten), das sind Einzeller, die als Parasiten im Darm vorkommen. Dort verursachen sie v. a. bei Jungtieren in den ersten 6 Lebensmonaten starke Entzündungen im Dünndarm mit Rückbildung der Darmzotten und Verlust der oberen Epithelschicht des Darms. Es kommt zu wässrigem bis blutigem Durchfall. Der Nachweis der Giardien erfolgt im Kot. Behandelt wird die Giardiose durch die Gabe von bestimmten Entwurmungstabletten über drei Tage mit einer Wiederholung nach 5 Tagen.

H

Heimtierpass
Wer mit Hund, Katze oder auch Frettchen verreisen möchte, braucht seit 2005 den EU-Heimtierausweis. Innerhalb Europas ist das Reisen seitdem recht einheitlich geregelt.
Um den Pass zu bekommen, müssen die Tiere mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein oder eine sehr gut lesbare Tätowierung tragen. Tätowierungen gelten allerdings nur noch bis 2011!
In diesem Pass werden Namen und Adresse des Besitzeres, sowie Angaben über das Tier, Chip- oder Tätowierungsnummer und die Impfungen eingetragen.
Vor jeder Reise ins Ausland sollte sich der Tierbesitzer aber über die Reisebestimmungen des jeweiligen Landes nocheinmal selber informieren, da z. B. die Schweiz, England und Schweden andere Bestimmungen haben. Auch bei Reisen in ein Nicht-EU-Land (z. B. Türkei) muss man wissen, dass es dann Vorschriften für die Wiedereinreise nach Deutschland gibt!

Hepatitis contagiosa canis (HCC)
Seltene Infektionskrankheit der Leber beim Hund. Die klassische akute Form der durch das Hundeadenovirus hervorgerufenen HCC kommt heutzutage kaum noch vor. Man nimmt jedoch an, dass das Virus an der relativ häufig auftretenden chronischen Hepatitis des Hundes beteiligt ist. Die Übertragung erfolgt durch Hunde die klinisch gesund sind, aber das Virus ausscheiden. Die klinischen Symptome der HCC können in ihrem Schweregrad stark variieren:

  • Apathie

  • Durchfall

  • Vorderbauchschmerz

  • Gelbsucht

  • Unterhautblutungen

  • Fieber

  • selten neurologische Symptome

  • Korneatrübung ("blue eye")


Die Diagnose basiert auf der Isolierung des Virus aus Nasensekret, Blut oder Urin, auf dem Nachweis eines Antikörperanstiegs oder auf der histologischen Untersuchung einer Leberbiopsie. Die Therapie basiert in erster Linie auf der Behandlung der Symptomatik. Die Prophylaxe durch Impfung (>>Impfungen) ist möglich.

Herz
Die Erkrankungen des Herzens nehmen leider v. a. beim Hund immer mehr zu. Selbst sehr junge Tiere leiden immer häufiger an einer angeborenen Herzschwäche. Eine Herzerkrankung äußert sich beim Hund durch:

  • Leistungsschwäche

  • Husten (v. a. morgens und bei Aufregung)

  • vermehrtes Hecheln

  • vermehrtes Trinken

  • länger dauernde Erholungspausen nach Anstrengung


Bei der Katze treten die Symptome oft erst dann auf, wenn es schon fast zu spät ist. Diese Patienten zeigen dann plötzliche hochgradige Atemnot aufgrund von Wasseransammlungen in der Lunge. Bei der Katze kann sich eine Herzerkrankung auch zeigen in Form von:

  • Futterverweigerung

  • Erbrechen

  • Durchfall

  • Leistungsschwäche


Die Diagnose erfolgt zum einen durch röntgen des Brustraumes, um die Größe des Herzens und eine eventuelle Flüssigkeitsansammlung in der Lunge beurteilen zu können. Anschließend sollte ein Herzultraschall durchgeführt werden, mit dem man z. B. die Funktion des Herzmuskels und der Herzklappen beurteilen kann. Bei Bedarf kann auch noch ein EKG angefertigt werden.
Entsprechend dem Untersuchungsbefund bekommt das Tier dann täglich - und meist auf Dauer - Tabletten, die das Herz in seiner Funktion entlasten. Eine regelmäßige Kontrolle von Herz und Kreislauf ist ratsam.

Hüftgelenksdysplasie (HD)
HD ist die Abkürzung für Hüftgelenksdysplasie beim Hund. Darunter versteht man eine multifaktorielle Erkrankung, bei der das Zusammenwirken von ererbten und Umwelteinflüssen wie Ernährung und Haltung zu einer Entwicklungsstörung des Hüftgelenkes führen. Die HD kommt vor allem bei mittelgroßen und großen Rassen vor. Die Tiere zeigen:

  • verminderte Aktivität

  • spontane Lahmheiten mit Schwierigkeiten beim Aufstehen

  • einen verkleinerten Bewegungswinkel des Hüftgelenkes

  • Schmerzen bei der passiven Bewegung des Hüftgelenkes

  • Anspannung und Verdickung des Musculus pectineus an der Oberschenkelinnenseite, der den Oberschenkel an den Körper heranzieht

  • in chronischen Fällen kommt es zur Muskelrückbildung an den Hintergliedmaßen


Der Nachweis der Erkrankung erfolgt röntgenologisch. Viele Zuchtverbände verlangen vor der Zuchtzulassung mittlerweile einen Nachweis, dass der Hund HD frei ist. Hierfür muss die Röntgenuntersuchung in Narkose erfolgen, da für die korrekte Lagerung ein Überstrecken und nach innen Rotieren des Hüftgelenkes bzw. der Oberschenkel nötig ist. Beurteilt werden auf dem Röntgenbild die Hüftpfanne und der Oberschenkelkopf/-hals sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Winkelung.
Ein Hund der nicht HD frei ist, sollte aus Tierschutzgründen nicht für die Zucht herangezogen werden.
Therapeutisch gibt es prinzipiell drei operative Möglichkeiten, wenn Schmerzmittel alleine nicht mehr ausreichen. Diese haben das Ziel, dem Hund ein möglichst schmerzfreies Leben zu gestatten:

1.) Pektinektomie: Hierbei wird der Musculus pectineus an beiden Oberschenkelinnenseiten durchtrennt, dies vermindert den Druck des Oberschenkelkopfes auf die Gelenkkapsel des Hüftgelenkes und den Pfannenrand. Da diese Operation relativ einfach und nicht sehr invasiv ist - die Hunde laufen am nächsten Tag schon viel freier - sollte sie möglichst als erstes, beim jungen Hund bzw. im Frühstadium der Erkrankung durchgeführt werden.

2.) Neurektomie: Bei der Neurektomie werden die Nerven, die das Hüftgelenk versorgen durchtrennt. Dieser Eingriff eignet sich vor allem beim älteren Tier oder bei stark fortgeschrittener HD.

3.) Künstliches Hüftgelenk: Diese Operation ist mit einem erheblichen Aufwand und hohen Kosten verbunden. Der Oberschenkelkopf wird komplett durch ein Metallimplantat ersetzt und die Hüftpfanne korrigiert, wobei das Tier ausgewachsen sein sollte.
Grundsätzlich sollte die Therapie von Fall zu Fall individuell bestimmt werden.

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